Gießfehler

Beim Gießen kann so einiges schiefgehen. Die Fehler werden auf dieser Seite gesammelt und nach und nach systematisiert. Wo möglich soll eine Erklärung des Fehlers angegeben werden und (hoffentlich) eine Lösung.

Nicht genug heiße Bronze

Gießfehler: zu wenig Bronze im Tiegel
Gießfehler: zu wenig Bronze im Tiegel

Im Guss auf dem rechten Foto war schlicht nicht genug Bronze im Tiegel.

Das war für uns hauptsächlich am Anfang ein Problem. Mittlerweile haben wir durch die größeren Blasebälge mehr Kapazität. Für einen Guss nehmen wir nun selten weniger als 1kg Bronze.

 

Ungleichmäßig gegossen

Gießfehler: nicht gleichmäßig gegossen
Gießfehler: nicht gleichmäßig gegossen

Deutlich erkennt man auf dem Foto, dass die Bronze in zwei Schüben gegossen wurde; aufgrund von Verunreinigungen auf der Schmelze wurde der Metallstrom beim Gießen kurz unterbrochen. Beim Wiederansetzen war offenbar die bereits in der Form befindliche Bronze schon so "kalt", dass sie sich mit der neu hinzukommenden nicht mehr verbunden hat.

 

Nachlässige Formherstellung

Rauhe Oberfläche
Rauhe Oberfläche
Schematische Darstellung im Schnitt

Beim Gießen dieses Stückes wurde der Formlehm recht unsorgfältig um das Wachsmodell gelegt. Die Oberfläche ist daher an vielen Stellen rauh und unregelmäßig. Der Fehler lässt sich durch entsprechende Nachbearbeitung korrigieren.

 

Ein Erklärungsversuch für diese Oberflächen:

Obwohl durch die starke Magerung des Form- bzw. Abdrucklehms die Schrumpfung beim Trocknen stark reduziert wird, ist sie nicht vollständig unterbunden.

Bei Wachsmodellen mit größeren Oberflächen können durch diese Schrumpfung Risse entstehen, in die beim Gussvorgang dann auch Bronze einfließen kann. Nebenstehende Abbildung zeigt diesen Vorgang schematisch.

 

Lösungsansatz:

Möglicherweise kann dieses Problem minimiert werden indem das Wachsmodell zuerst nur in eine dünne Schicht Formlehm eingepackt wird. Wie dünn diese erste Schicht tatsächlich sein muss/darf wird noch experimentell zu ermitteln sein. Vermutlich irgendwo im Bereich zwischen einem und fünf Millimetern. Die entstehenden Risse können so wahrscheinlich gut erkannt und einfach sorgfältig verschmiert werden. Vermutlich lassen sich die Risse umso besser verschmieren, je dünner die erste Schicht ist. Gleichzeitig veringert eine dünne Schicht sicher die mechanische Stabilität, was zu Problemen beim Auftragen der nächsten Schicht führen kann.

 

Einschlüsse

Einschlüsse im Gussobjekt
Einschlüsse im Gussobjekt

Schlacke oder Kohle auf der Schmelze kann beim Gießen in die Form geraten. An diesen Stellen entstehen Löcher im Gussobjekt.

Abhilfe durch Abstreifen der Kohle- und Schlackestückchen vor dem Guss. Bei kleinen Mengen heißer Bronze ist das schwierig, weil die Schmelze sehr schnell erkaltet. Bei größeren Mengen (ab 700g) hat man dafür genug Zeit.

 

Fehlende Luftkanäle

Gießfehler: fehlende Luftkanäle
Gießfehler: fehlende Luftkanäle

Durch fehlende oder falsch positionierte Luftkanäle kann beim Gießen die in der Form enthaltene Luft nicht oder nicht schnell genug entweichen. Dadurch bleiben Hohlräume im Gussobjekt mit typisch abgerundeten Kanten.

Abhilfe durch Anbringen entsprechender Luftkanäle (möglichst gegenüber des Eingusses bzw. dort, wo die Luft erwartungsgemäß eingeschlossen wird) oder Verwendung einer Formmasse, die das Entweichen der Luft ohne Luftkanäle erlaubt.

 

Blasige Oberfläche

Gießfehler: Blasiger Guss
Gießfehler: Blasiger Guss

Beim Einfüllen in die Form blubbert die Bronze. Im fertigen Gussstück zeigt sich ein blasige Struktur. Im Falle des abgebildeten Messers wurde der Sauerstoff aus der flüssigen Bronze durch Eintauchen eines Holzstabes entfernt. Der Ofen war extrem heiß. Dieser Fehler trat auch bei einer wesentlich kleineren Form mit einer dichten Abdruckmasse ohne Luftkanäle auf. Möglicherweise konnte beim Gießen die Luft nicht aus der Form entweichen. Eine andere wahrscheinliche Erklärung ist, dass die Form nicht heiß genug gebrannt war und beim Eingießen der sehr heißen Bronze Rückstände im Formmaterial verbrannten und dabei Gase abgaben.

Blubbern nach dem Guss muss nicht zwingend zu diesem Fehler führen.