Visby-Laterne

Visby-Laterne bei Nacht
Unsere Visby-Laterne bei ihrer Einweihung

Die Visby-Laterne hat ihren Namen von einem Ort in Schweden, wo eine solche Laterne bei Ausgrabungen gefunden wurde.

Im Karfunkel Codex "Wikinger" (Nr.1, 2003, ISSN 0944-2677, S. 123) ist eine Bau-Anleitung enthalten. Da sie ein wenig "baumarktlastig" war, haben wir kurzerhand eine natürlichere Variante ausprobiert.

Wir haben uns zwei Baumscheiben einer Kirsche (Durchmesser etwa 12cm) abgesägt und in eine der beiden mit der Stichsäge in der Mitte ein Loch gesägt (Durchmesser ca. 8cm).

Die Stäbe haben wir von einem Strauch (vermutlich eine Art Hartriegel) in der Nähe abgeschnitten, der aussah als hätte er in seiner Eigenschaft als Heckenstrauch eh bald mal wieder einen Schnitt nötig. Die Triebe waren schön gerade, da alle aus dem letzten Jahr stammten und einen halben kleinen Finger dick. Zum Löcherbohren legt man die beiden Scheiben am Besten NICHT übereinander, sondern bohrt erst auf der einen Seite und dann auf der anderen. Es sind halt keine Baumarkt-Rundhölzer, sondern jeder Stab ist ein bißchen anders schief.

Für die Bespannung haben wir Hundekauknochen verwendet, die in der entsprechenden Größe gekauft und in Wasser eingeweicht drei schöne große Stücke Rohhaut ergeben haben, die allerdings dann zusammengenäht werden müssen. Die Nähte selbst finde ich persönlich aber sehr schick. Rohhaut kann man natürlich auch z.B. bei Lederkram bestellen (ca. 30 EUR / qm; Stand 05/2008).

Geleimt haben wir mit Hautleim, der ist schön authentisch und wir konnten ihn aus den Resten kochen, die beim Aufweichen der Knochen übrig geblieben sind.

Das Nähen war dann schon eine relativ anstrengende Sache, aber mit einer Ahle zum Vorstechen der Löcher, einer Ledernadel und gutem Zwirn ging es dann. Am Schwierigsten war die letzte Naht, die den Schlauch zusammenhalten soll, da sie mehr oder weniger freischwebend genäht werden muß. Entsprechend krumpelig ist sie auch geworden ;-) Ganz gespannt darf die Haut auch nicht festgenäht werden, da die Rohhaut beim Trocken sehr stark schrumpft. Dadurch bilden sich Schlitze an den Übergängen zu Deckel und Boden der Lampe die Stäbe werden nach innen gebogen.

Das nächste Mal würden wir das Verleimen der beiden Scheiben im Anschluss an das Nähen machen. Damit könnte man sicherlich auch die Schrumpfung ein bißchen kaschieren.

(ANNa)

Links

http://www.dieterle-design.de/visbylaterne.html
genaue Dokumentation des Baus der Laterne

http://www.tempus-vivit.net/taverne/thema/1129
Diskussion über bespannungstaugliche Materialien und Anleitungen (nicht mehr ganz aktuell)

http://www.sahsnot.de/p3_visby.php
beschreibt den Bau einer solchen Laterne sehr nett

http://www.der-heimleuchter.de/hand/hand.html
beschreibt die Laternen mit schönen Fotos